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Der Stipendiatenhausstaubsauger

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  Darf ich vorstellen, der Stipendiatenhausstaubsauger von Miele. Alter Produkt-Adel. Seine Durchlaut weiß sich Gehör zu verschaffen. Er wurde mit einem Tornado-Düsentriebwerk ausgestattet, Geheimnis seiner Saugkraft. Warum ich ihn vorzeige? In meinem Nutzungsvertrag steht: „Die Reinigung der Wohnräume hat regelmäßig durch den Stipendiaten zu erfolgen.“ Deshalb kann man in dem folgenden Video sich davon überzeugen, daß ich dies – getreu nach Vorschrift – getan habe. Doch Vorsicht beim Einschalten des Videos! Bitte einen Gehörschutz aufsetzen, sonst fliegen einem die Ohren weg.  

Tierpark

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Wenn ich abends im Hof des Stipendiatenhauses sitze, höre ich ab und zu ein markantes Ia Ia Ia. Nanu, wer ruft denn da? Gleich hinter der Stadtmauer, die den Hof, in dem ich nach harter Schreibfron sitze, begrenzt, auf dem Landstück zwischen Pfefferteich und Dumme, erstreckt sich nämlich der kleine Tierpark von Salzwedel. Morgens wird er aufgeschlossen, abends wieder abgeschlossen, ansonsten kann man dort ein und ausgehen, so oft wie man will. Eintritt muß nicht gezahlt werden. Sehr viel aus der Welt der Fauna kriegt man dort ja auch nicht geboten. Ein paar Säuger und Vögel, und das war es auch schon.  Zwei Esel freunden sich an.  Das Besondere an diesem Tierpark ist allerdings, daß die Tiere sehr auf die sie besuchenden Menschen reagieren. Sie kommen an die jeweilige Begrenzung ihres Geheges gelaufen, meckern und mähen, grunzen und schnattern, hupten und klingelten, wenn sie es denn könnten, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Was wollen die alle von mir? Am Eingang lin...

Politbüros, Nachtrag

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Spottes Wort hat vor Ort doch noch Gewicht in diesem, unseren Land. Als ich heute erneut am Parteibüro der CDU vorbeifuhr, was durfte ich da sehen?  Aber seht selbst. Das ist das Foto von heute.   Wer den Beitrag "Politbüros" vom 30. Juli in meinem Blog gelesen hat, und offenbar haben den einige tatsächlich gelesen, dem wird die Veränderung auffallen. Im Fenster links wurde dasselbe Plakat desselben Mannes abgehängt, das in selbiger Ausführung nun nur noch rechts im Fenster hängt. Was ja offenkundig ausreicht. Sollte ich auch sonst nicht viel mehr mit meinem Schreiben in der Welt bewirken als diese eine Abhängung des CDU-Kandidaten (was ich grundsätzlich für besser halte als eine Aufhängung), so hätte ich damit schon etwas erreicht.  

Die ultimative Baumkuchenverkostung

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Langsam wird es Zeit, mich ausführlich der wohl wichtigsten kulinarischen Spezialität, die man neben der Hochzeitssuppe hier zu sich nehmen kann, zuzuwenden. Nämlich dem weltberühmtem Tree cake, wie es im Englischen heißt oder Arbre Gateau auf Französisch bzw. Arvore Bolo auf Portugiesisch. Na gut, soweit hat er es nicht geschafft. Aber bis ins preußische Berlin zum König schon. Salzwedeler Baumkuchenbäcker waren Hoflieferanten. Ob sie es aber auch zum Kolumnistenlieferanten schaffen?     Der Kuchen ist schon deshalb eine Besonderheit, weil er nicht im eigentlichen Sinne gebacken wird, sondern eher gegrillt. Insofern paßt er auch wieder ganz gut zum heutigen Berlin, wo man ihn als süßen Döner vermarkten könnte. Er dreht sich ebenfalls an einer Stange am offenen Feuer, mit dem Unterschied, daß der Dönerfleischkegel, wenn er gegrillt wird, immer schmaler wird, während der Baumkuchenkegel Lage um Lage zunimmt. Der Bäcker kleckert den beinah flüssigen, hochkalorischen Teig aus E...

Rede-jeden-Tag-mit-einem-Salzwedeler-Challenge

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In den letzten Jahren gab es immer wieder das Social-Media-Phänomen der Challenge (auf deutsch: Herausforderung, was gleich viel uncooler klingt, ich sage nur herausfordern und fördern). Dazu tun Menschen etwas sehr Seltsames, was sie normalerweise nicht tun würden, und fordern andere Menschen auf, es auch zu tun. Berühmt geworden ist die Eiswasser-Challenge. Menschen kippen sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf und verbinden diesen ungesunden Vorgang mit dem guten Zweck, Spenden zu sammeln für den Kampf gegen die Nervenkrankheit ASL. Wenn es eines Beweises bedurfte, daß gute Taten für sich genommen ziemlich langweilig sind und eine blöde Begleittat nötig haben, um Aufmerksamkeit zu bekommen, dann wurde er damit erbracht. Als notorischer Spielverderber bin ich für sowas nicht geeignet. Bei mir enden Kettenbriefe, landen Trinkspiele auf dem Trockenen und versanden Facebookalbernheiten, die darauf hinauslaufen, zehn Lieblingsbücher (Lieblingsschauspielerin, Lieblings...) zu nennen u...

Politbüros

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Wie heißt es im Grundgesetz: Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. So auch in Salzwedel. Ohne sich etwas Schlimmes zu denken, während wir durch Salzwedel schlendern, stehen wir unversehens vor dem Ortsparteibüro der CDU und gewinnen den Eindruck, ja, Politikberatung hätte hier helfen können.   Wie man sieht, es präsentiert sich die CDU-Doppelspitze von Salzwedel. Carsten Borchert und sein eineiiger Zwilling kandidieren gemeinsam um die Gunst des Salzwedeler Wahlvolks. Erst auf den zweiten Blick werden wir gewahr, das ist ja ein und derselbe Carsten Borchert. Frei nach dem Motto: Wenn ein Plakat nicht ausreicht, um sich darzustellen, dann nimm zwei. Wie bei der bekannten Bonbonsorte. Ich finde, dieser Ansatz ist noch zu bescheiden. Wie sagte schon Panzergeneral Guderian: Klotzen nicht kleckern. Warum nicht drei oder vier Plakate von Carsten Borchert, oder noch besser fünf oder sechs. Man signalisiert dem politischen Gegner, so schnell gehen uns mit Her...